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Jenny Abel (Violine)

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"Fraglos auf einem Höhepunkt ihrer Karriere, die sich ohne den in der Musikbranche fast unumgänglichen Mediendonner entfaltet hat. Es ist in unseren Tagen schon wirklich eine Ausnahme, einer Künstlerin von Weltrang zu begegnen, die nicht auf den bunten Wagen des Kulturrummels springt." - Stuttgarter Nachrichten

Die Geigerin Jenny Abel gehört zu jenen Interpreten, die nicht nur das gängige Repertoire mit allen großen Violinkonzerten und Sonaten pflegen, sondern sich mit großer Neugier immer wieder der Neuen Musik nähern und Raritäten im Abseits suchen. Schon als Jungstudentin an der Kölner Musikhochschule begegnete die 13Jährige Bernd Alois Zimmermann, der sie dem WDR für die Interpretation seiner Violinwerke empfahl.
Später widmete ihr Hans Werner Henze, dessen Festival in Montepulciano sie einst eröffnete, seine „sonata per violino solo“ - eine geigerische Herausforderung. „Das schwerste Stück für Violine überhaupt“, wie sie selbst sagt.

Begonnen mit dem Geigenspiel hat die im Theodor-Storm-Haus in Husum geborene Jenny Abel bereits mit zwei Jahren, auf einer vom Vater selbst gebauten Geige. Mit sechs Jahren erhielt sie neben dem Geigen- auch Klavierunterricht und Theoriestunden und durfte ein Jahr später zum ersten Mal öffentlich auftreten. Der große Geiger und Nachwuchsförderer Yehudi Menuhin ermutigte die Elfjährige und der Dirigent Hans Rosbaud begleitete das Mädchen auf dem Klavier.
Nach Studien in Freiburg und Köln begann eine rege Konzerttätigkeit, die Jenny Abel nach und nach durch alle europäischen Länder, in die USA, nach Südamerika, Kanada, Australien, Neuseeland und in den Fernen Osten führte. In Peking konzertierte sie mit dem dortigen Philharmonischen Orchester als erste westliche Geigerin nach dem Ende der Kulturrevolution gleich zweimal und „eroberte“ China noch bevor Herbert von Karajan dort dirigierte.
Jenny Abels Engagement reicht über die Musik, die sie mit bekannten Dirigenten und Kammermusikpartnern zusammenführte, hinaus. Sie nutzt die grenzüberschreitende Sprache der Musik als Botschafterin zum Beispiel für das Auswärtige Amt, das sie nach dem Bosnien-Krieg zum Konzert der Nationen nach Sarajewo sandte. Und sie gründete 1992 die „Aktion Filarmonica Rumänien e. V.“, mit der sie Musiker, Orchester und Musikinstitutionen in Rumänien unterstützt.

Nachdem sie in den 80er Jahren öfter in Rumänien gastierte – „im wunderbaren Athenäum in Bukarest, das optisch wie akustisch einer der schönsten Konzertsäle der Welt ist“ – und sowohl bei Konzerten wie auch Plattenaufnahmen die Hingabe der Musiker und Zuhörer an die Musik schätzen lernte, rief sie diese Hilfsaktion ins Leben.
Jenny Abel, die sich in jungen Jahren auch intensiv für die Malerei interessierte, sie aber zugunsten der Musik aufgab, hat sich im Laufe ihrer Karriere Hunderte von Werken erarbeitet, viele davon ur- und erstaufgeführt. Im Badischen, wo sie wohnt, belebt sie mit ihrem Festival „Ja…Musik!“ die Kunst- und Musikszene und hofft, mit der Sprache der klassischen und zeitgenössischen Musik Grenzen zu überwinden und das geeinte Europa sinnlich erfahrbar zu machen.
 
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